Ratgeber Auto

Halali auf der Straße

Mit aktuell 5.798 Stück Unfallwild bleiben Thüringens Straßen für das heimische Schalenwild wie für den Autofahrer gefährlich. Nach Wildunfall keinesfalls weiterfahren

Erfurt (hs): Gerade im Herbst suchen Wildtiere wie Rot-, Reh- oder Schwarzwild neue Einstände im Wald auf, weil die Felder abgeerntet sind und weder Futter noch Sichtschutz bieten. Zwangsläufig nimmt der Wildwechsel auf Thüringens Straßen zu. Überhöhte Wildbestände, insbesondere beim Schwarzwild,  lassen die Wahrscheinlichkeit von Wildunfällen, trotz stagnierendem Verkehrsaufkommen, weiter steigen.

Windschutzscheibe öfter auch von innen reinigen

Wie viele Unfälle jährlich auf das Konto von verschmierten Frontscheiben beziehungsweise schlechtem Durchblick gehen, ist statistisch nicht erfasst. Fest steht, dass es gerade bei direkter Sonneneinstrahlung aufgrund schmutziger Windschutzscheiben zu Blendeffekten bis hin zum kompletten Blindflug kommen kann. Torsten Hesse vom TÜV Thüringen rät daher zum regelmäßigen Säubern der Windschutzscheibe, und zwar nicht nur von außen.

Unfallgefahren in der Erntezeit:

Gefahrensituationen durch Erntedreck und Erntemaschinen
 
Während der Erntezeit müssen sich Autofahrer auf unerwartete Verkehrsbedingungen einstellen. Gerade auf Landstraßen können aufgrund von plötzlich auftauchenden Erntefahrzeugen gefährliche Situationen entstehen. Diese hinterlassen zudem oftmals starke verschmutzte Straßen. Derzeit steigt das Unfallrisiko durch Erntedreck, Staubentwicklung oder aufgrund der Überbreite landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge, meint Unfallexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen.

Hinweise der Polizei zum Herbstfahrverkehr

Im Zeitraum vom 29. Oktober bis zum 3. November 2015 ereigneten sich im Freistaat Thüringen 922 Verkehrsunfälle, davon 134 Unfälle mit Personen-schaden. 240 Personen wurden verletzt und sechs Personen getötet. Allein drei Getötete stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den „Tücken“ des Herbstfahrverkehrs, wie z. B. „Blendung durch tief stehende Sonne“ oder plötzlich auftretende „überfrorenen Nässe“ bzw. „Glatteis“, hauptsächlich auf schattenreichen Straßenabschnitten.

Wildunfälle im Herbst: Förster raten Autofahrer zur Vorsicht

Abgeerntete Felder lassen Wildtiere wandern und widrige Witterungsverhältnisse nehmen Autofahrern die Sicht. Zahl der Wildunfälle trotz vieler Maßnahmen leider auf hohem Niveau

Erfurt (hs): Gerade im Herbst suchen Wildtiere wie Rot-, Reh- oder Schwarzwild neue Einstände im Wald auf, weil die Felder abgeerntet sind und weder Futter noch Sichtschutz bieten. Regional überhöhte Wildbestände lassen die Wahrscheinlichkeit von Wildunfällen weiter steigen. Deshalb raten die Wildexperten der Thüringer Landesforstanstalt Autofahrern speziell in den Morgen- und Abendstunden zu größter Vorsicht beim Befahren von Straßen durch Waldgebiete und an Feldrändern. Wenn Wild zu sehen ist: kontrolliert abbremsen, hupen und abblenden. Achtung: Wo ein Wildtier die Straße überquert, folgen oft weitere nach!

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